Archäologie der Zukunft

Kunst und Games

Dear Reality/WDR, Thierry Fournier, Galactic CafÉ, Playdead, Lea Schönfelder/Peter Lu, thatgamecompany, The Chinese Room, Bill Viola/USC Game Innovation Lab

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thatgamecompany, „Journey“, 2012 © Sony Computer Entertainment Deutschland

Bis heute sind Erzählstrukturen häufig linear und auf einen zentralen Protagonisten konzentriert, ein Erbe der Literatur des 19. Jahrhunderts. Dieser formale Konservatismus wird zunehmend von zwei künstlerischen Formen aufgebrochen, die nur auf den ersten Blick unvereinbar erscheinen: Auf der einen Seite narrative Multi-Kanal-Installationen, auf der anderen Videospiele, die via Xbox, Playstation, Wii oder Computer vor allem einer jungen Generation zunehmend Kino und Fernsehen ersetzen.

Die Ausstellung widmet sich dem wechselseitigen Verhältnis von Kunst und Games: Auf der einen Seite Künstler, die selbst Games kreieren wie Thierry Fournier oder der Videokunstpionier Bill Viola in Zusammenarbeit mit dem USC Game Innovation Lab; auf der anderen Entwickler wie The Chinese Room oder Playdead, die den Blick weniger auf klassische Spielziele wie einen möglichst hohen Punktestand richten, sondern auf künstlerisch-gestalterische Aspekte und die Geschichte selbst.

Im Gegensatz zu den USA, wo Games etwa in die ersten Museumssammlungen aufgenommen worden sind, scheint eine künstlerische Bewertung von Videospielen in Europa bis auf einige wenige zukunftsorientierte Institutionen wie den Hartware MedienKunstVerein e.V. in Dortmund oder das ZKM in Karlsruhe noch ein Tabu. Aus diesem Grund präsentiert KINO DER KUNST einige der innovativsten Games als Beispiel für neue, künstlerische Formen des Geschichtenerzählens.