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Call for Entry now open!

Full Call for Entry

Bildende Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt sind eingeladen, ihre Single-Channel-Filme für den kuratierten Internationalen Wettbewerb einzureichen. Die Werke sollen sich innovativ und auf hohem technischen Niveau mit den verschiedenen Erzählformen des Kinos auseinandersetzen und unser diesjähriges Thema „Forbidden Beauty“ widerspiegeln.
Bitte beachten Sie unsere Regularien.
Wir freuen uns auf Ihre Einreichungen!
Enreichungsschluss ist der 15. Dezember 2019

Kino der Kunst 2020 Teaser

Ballerinas and Police
Opening Video von Halil Altındere

Halil Altindere, Ballerinas and Police, 2017 HD Video, Farbe, Ton, Courtesy of the artist and Pilot Gallery, Istanbul 5

„Ballerinas and Police“ (2017): Der Autor des Opening Video Teasers ist der bekannte türkische Künstler Halil Altındere, der mit seinen Werken, die auch schon mehrfach im Internationalen Wettbewerb von KINO DER KUNST liefen, systematisch die wichtigen Themen gesellschaftlicher Realität nicht nur in der Türkei aufgreift, ob Migration, die türkische Gemeinde in Deutschland, Polizeigewalt etc. Altındere lebt und arbeitet in Istanbul.
Der Teaser gibt einen Ausblick auf das Thema der nächsten Ausgabe von KINO DER KUNST: Verbotene Schönheit

Interlude 18/19

Utrecht, Caravaggio & Europa
Friedrich Wilhelm Murnau & Reynold Reynolds

© Reynold Reynolds 'Die Verlorenen' (2012)
© Reynold Reynolds ‚Die Verlorenen‘ (2012)

09/06/19 — 11 Uhr
Theatiner Filmkunst

Murnaus nachhaltige Schwarzweiß-Orgie aus der Schattenwelt ‚Nosferatu‘, ergänzt durch die Hommage an den Stummfilm ‚Die Verlorenen‘ des in Amsterdam lebenden Reynold Reynolds.
Einführung: Patrick Kammann, Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Reynold Reynolds | DIE VERLORENEN | DE 2012, 16 Min
Friedrich Wilhelm Murnau | NOSFERATU | DE 1922, 94 Min (dt. OV)
Mit Max Schreck

Zwischenspiel 18/19

Utrecht, Caravaggio & Europa
David Lynch & Julian Rosefeldt

© Julian Rosefeldt, Deep Gold (2014)
© Julian Rosefeldt, Deep Gold (2014)

26/05/19 — 11 Uhr
Theatiner Filmkunst

David Lynchs bildsatte Orgie von Erotik und Gewalt ‚Blue Velvet‘ trifft auf Julian Rosefeldts Deep Gold, einem filmischen Alptraum zwischen Avantgarde und Apokalypse der späten Weimarer Republik.
Einführung: Bernd Ebert, Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Julian Rosefeldt | DEEP GOLD | DE 2014, 18 Min
David Lynch | BLUE VELVET | US 1986, 121 Min (engl OF dt. U)
Mit Isabella Rossellini und Dennis Hopper

Zwischenspiel 18/19

Utrecht, Caravaggio & Europa
Paolo Sorrentino & Luca Trevisani

© Luca Trevisani, Sudan, 2016
© Luca Trevisani, Sudan, 1999

19/05/19 — 11 Uhr
Theatiner Filmkunst

Viel Schönheit, aber auch ästhetische Innovation und reichlich Nostalgie: Paolo Sorrentino gelang mit seinem Oscar-Gewinner, einer die ‚ewigen Stadt‘ beschwörenden Hommage an Fellinis ‚Dolce Vita‘ und ‚Roma‘, eine Mischung aus Zynismus und Zärtlichkeit, mit spektakulären Kamerafahrten und magischen Momenten. Ebenfalls zärtlich, aber keinesfalls zynisch die Hommage von Luca Trevisani an das letzte weisse Rhinozeros Nordafrikas, den von schwerbewaffneten Rangers bewachten Sudan, den der Künstler mit Stoffbahnen umgibt, als könne er ihn so vor dem drohenden Tod schützen.
Einführung: Susanne Hoppe, Bayerische Staatsgemäldesammlungen mit Heinz Peter Schwerfel, Kino der Kunst

Luca Trevisani | SUDAN | I 2016, 15 Min
Paolo Sorrentino | LA GRANDE BELLEZZA | I, F 2013, 241 Min (ital. OF dt. U)

Zwischenspiel 18/19

Utrecht, Caravaggio & Europa
Hitchcock & Melhus

© Bjørn Melhus: The Bathroom (2011)
© Bjørn Melhus: The Bathroom (2011)

02/06/19 — 11 Uhr
Theatiner Filmkunst

Hitchcocks immer wieder von zeitgenössischen Künstlern aufgegriffener Klassiker ‚Psycho‘ wird eingeführt von Bjørn Melhus ausgelassenem ‚Bathroom‘, in dem der Künstler zu Hitchcocks Originalstimme – mit putzigem Akzent – durch eine zeitgenössische Villa führt.
Einführung: Lars Zieke, Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Bjørn Melhus | THE BATHROOM | DE 2011, 5 Min
Alfred Hitchcock | PSYCHO | US 1960, 109 Min (engl OF dt. U)
Mit Anthony Perkins und Janet Leigh

Zwischenspiel 18/19

ARTIST TALK
ANNE IMHOF

Eliza Douglas in Anne Imhof, Faust, 2017 Deutscher Pavillon, 57. Internationale Kunstausstellung– La Biennale di Venezia © Fotografie: Nadine Fraczkowski Courtesy: Deutscher Pavillon 2017, die Künstlerin
Eliza Douglas in Anne Imhof, Faust, 2017 Deutscher Pavillon, 57. Internationale Kunstausstellung– La Biennale di Venezia © Fotografie: Nadine Fraczkowski Courtesy: Deutscher Pavillon 2017, die Künstlerin

09/04/2019 — 19 Uhr
Pinakothek der Moderne | Auditorium

Anne Imhof (Jahrgang 1978) steht für eine der wichtigsten und originellsten künstlerischen Positionen unserer Zeit. In ihren Arbeiten untersucht die Künstlerin im Spannungs­feld von Performance, Malerei und Rauminstallation durch Kultur und Massenmedien überlieferte Bilder und Abläufe und entwickelt neue Taktiken, um zu einem erweiterten Performance-­Begriff zu gelangen. Wie nur wenigen KünstlerInnen gelingt es ihr dabei, das Exis­tenzielle eines aktuellen Lebensgefühls präzise zu erfassen und in nachhaltig eindrücklichen Szenen und Bildern zu transportieren. Das Bewegtbild dient ihr dabei nicht nur zur Archivierung, es wird auch komplementär zu den Live­Performances eingesetzt.
Anne Imhof hatte bereits zahlreiche internationale Ausstellungen. Neben weiteren bedeutenden Preisen, darunter dem Preis der Nationalgalerie, gewann sie
im vergangenen Jahr auf der Biennale von Venedig mit ihrer im deutschen Pavillon gezeigten Arbeit „Faust“ den begehrten Goldenen Löwen. Für die Staatliche Graphische Sammlung München hat der junge Förder­kreis der Pinaktohek der Moderne (PIN.YC) kürzlich fünf Zeichnungen angekauft, die als erkenntnissetzende Zeichenstudien der fünf Stunden langen Performance im deutschen Pavillion vorausgegangen sind.

Anne Imhof im Gespräch mit Michael Hering (Direktor Staatliche Graphische Sammlung München) und Katja Blomberg (Direktorin Haus am Waldsee Berlin)
Eintritt frei

ZWISCHENSPIEL 18/19

ARTIST TALK
Bjørn Melhus
CAN YOU SEE MY ART?

SUGAR (Digital Film / production still - work in progress, voraussichtlich 2019)©Bjørn Melhus
SUGAR (Digital Film / production still – work in progress, voraussichtlich 2019)©Bjørn Melhus

21/03/2019 — 18.30 Uhr
Pinakothek der Moderne | Auditorium

Der in Berlin lebende Deutsch-Norveger Bjørn Melhus, Jahrgang 1966, ist sicherlich der einzige filmende Künstler Deutschlands, der Gesellschaftskritik konsequent mit ironisch­grotesken Inszenierungen verbindet. Melhus plündert für seine zeitkritischen, zwischen kulturpessimistischer Melancholie und hysterischem Humor schwankenden Kurzfilme die Pop-­, Medien­-, vor allem aber Kinogeschichte. Grundsätzlich übernimmt er alle Rollen selbst – von James Dean und Jim Morrison bis Marylin Monroe und Janis Joplin, Superman, Entertainer Harald Gottschalk oder der Philosophin des Kapitalismus Ayn Rand. Das filmische Readymade mixt er mit selbstgeschriebenen Fiktionen, in denen er über die Klischees westlicher Massenkultur wehmütig, aber brutal herzieht.
Melhus wurde mehrfach auf den Kurzfilmtagen Ober­ hausen prämiert und mit dem deutschen Kurzfilmpreis ausgezeichnet. Beim „Zwischenspiel“ stellt er seine jüngsten Arbeiten vor und gibt Einblick in seinen noch in Produktion befindlichen Film SUGAR. Dabei wird es auch um das Verhältnis von Film und Installation gehen.
Website Bjørn Melhus
Das Gespräch führt Bernhart Schwenk (Kurator für Gegenwartskunst der Pinakothek der Moderne)
Eintritt frei

Zwischenspiel 18/19

La Ferdinanda: Sonate für eine Medici-Villa
Rebecca Horn

© Rebecca Horn, La Ferdinanda, 1982 Courtesy by Rebecca Horn
© Rebecca Horn, La Ferdinanda, 1982 Courtesy by Rebecca Horn

27/02/2019 | 21 Uhr | Einführung Franziska Stöhr
Filmmuseum München | Tickets 089 / 23 39 64 50

Melancholisch und in schönen Bildern schwelgend, voll hintergründigem Humor und mit vielen Verweisen auf das plastische Werk der berühmten Künstlerin: Rebecca Horns zweiter Kinofilm spielt in einer abgelegenen toskanischen Villa. Da ist die Besitzerin des Hauses, eine alternde Operndiva, dann die junge Ballett-Tänzerin Simona, die eine Blessur auskuriert, ein berühmter Arzt, der sich nach einer Reihe öffentlicher Skandale verstecken muss, ein Musiker, der den ganzen Tag lang nur Cello übt.
„Rebecca Horn hat Traum und Poesie und Schönheit und Vitalität und Spiel miteinander versehen, miteinander versetzt auf eine bewegende, verwundernde, irritierende und tröstliche Weise.” (Peter Wapnewski)

Seit dem Beginn der siebziger Jahre hat die 1944 im Odenwald geborene Künstlerin Rebecca Horn ein Werk geschaffen, das sich zu einem immer weiter anwachsenden Strom aus Performances, Filmen, skulpturalen Raum-Installationen, Zeichnungen und Fotoübermalungen zusammenfügt. Die Unverwechselbarkeit dieser Bildwelt besteht in der höchst präzisen physischen und technischen Funktionalität, mit der die Künstlerin ihre Skulpturen und deren Bewegungsabläufe in Räumen in Szene setzt.
Ihr Werk wird von einer unverwechselbaren konsequenten Logik zusammengehalten. Jede neue Arbeit scheint sich stringent aus der vorherigen zu entwickeln. Dabei können Elemente wieder aufgegriffen werden, die aber in verschiedenen Kontexten völlig verwandelt neu erscheinen. So sind nach den Körpererfahrungen ihrer Performances mit Körpererweiterungen, Masken und Federgewändern in den siebziger Jahren ihre ersten kinetischen Skulpturen in Filmen wie Der Eintänzer (1978) oder La Ferdinanda (1981) zu sehen: Die sanfte Gefangene (1978) und Die Pfauenmaschine (1979/82).
(Q: Website Rebecca Horn)

La Ferdinanda: Sonate für eine Medici-Villa | BRD 1982 | R+B: Rebecca Horn | K: Jiri Kadanka | M: Ingfried Hoffmann | D: Valentina Cortese, Javier Escriba, Gisela Hahn, Hans-Peter Hallwachs, Michael Maisky, David Warrilow | 85 min

Zwischenspiel 18/19

Impressions de la Haute Mongolie (Reise in die Hohe Mongolei)
Salvador Dalí

© Salvador Dalí, IMPRESSIONS DE LA HAUTE MONGOLIE, 1976 Courtesy by José Montes-Baquer
© Salvador Dalí, IMPRESSIONS DE LA HAUTE MONGOLIE, 1976 Courtesy by José Montes-Baquer

20/02/2019 | 21 Uhr | Zu Gast Bodo Kessler | Einführung M+M
Vorfilm: UN CHIEN ANDALOU (EIN ANDALOUSISCHER HUND)
Filmmuseum München | Tickets 089 / 23 39 64 50

Eine rare Perle der ganz besonderen Art präsentiert die Reihe „Traumzeit im Künstlerkino“: Eine 1976 vom Surrealisten und Exzentriker Salvador Dalí für den Fernsehsender WDR erdachte 50-minütige  „Reise in die Hohe Mongolei“, in der es um einen mit vielen Videoeffekten gespickten imaginären Trip auf der Suche nach einem hallizogenen Champignon geht.
Besonderer Clou des von KINO DER KUNST organisierten Abends: Dem für die Einführung des Programms zuständigen Münchner Künstlerduo M+M gelang es, den Kameramann des gemeinsam von Salvador Dalí und WDR-Regisseur José Montes-Baquer realisierten Films ausfindig zu machen. Bodo Kessler, der auch mit Rebecca Horn, Nam June Paik oder Volker Schlöndorff arbeitete, erzählt die Genese des Projektes, von der ersten Besprechung mit Dalí und Frau Gala in New York bis zum Dreh in ihrem Haus im spanischen Cadaques.

Impressions de la Haute Mongolie | BRD 1976 | R: José Montes-Baquer | B: Salvador Dalí | K: Bodo Kessler, Manfred Kage | M: Ingfried Hoffmann | 57 min | frz. OmU
Inhalt:
Eine fiktive Expedition in eine Berglandschaft der Mongolei auf der Suche nach halluzinogenen Pilzen inspiriert vom exzentrischen, französischen Schriftsteller und Millionär Raymond Roussel (1877-1933), der 1910 das Buch „Impressions d‘Afrique” veröffentlichte, ohne auch nur einmal Afrika betreten zu haben. José Montes-Baquer hatte Dalí besucht, um ihn für die Mitarbeit an einem Film über moderne Kunst zu gewinnen. Dalí zeigte ihm einen Kugelschreiber mit einem oxidierten Messingring, auf den er regelmässig uriniert hatte, weil ihn die Strukturen und rostigen Farben der von Harnsäure zerfressene Ober-fläche so faszinierten. Er schlug dem Team vor, diese in Grossaufnahmen mit einer elektronischen Makrokamera zu filmen und dann eine fantastische Geschichte dazu zu erfinden. Der Film ist ein bizarrer visueller Trip mit zahlreichen Videotricks und Bildüberlagerungen.

Vorfilm:
Un Chien andalou |
Frankreich 1929 | R: Luis Buñuel | B: Luis Buñuel, SalvadorDalí | K: Albert Duverger | D: Simone Mareuil, Pierre Batcheff, Luis Buñuel, Salvador Dalí | 16 min | OmeU
Klassiker des surrealistischen Films, der mit dem berühmten Schockbild einer Rasierklinge, die durch ein Auge fährt, beginnt.

Salvador Dalí, 1904-1989, geboren und gestorben im katalonischen Figueras. Studium an der Kunstakademie in Madrid. Bis 1927 zeigen seine Werke den Einfluss des französischen Kubismus und des italienischen Futurismus. Dalí beschäftigte sich intensiv mit Sigmund Freuds Theorien zur Psychoanalyse. 1927 entsteht das Gemälde „Honig ist süßer als Blut“, das Dalís Entwicklung zum surrealistischen Maler ankündigt. Zur Entstehungszeit von IMPRESSION DE LA HAUTE MONGOLIE arbeitet Dalí intensiv an dreidimensionalen Werken und experimentiert mit holographischen Collagen. Dalí gilt mit Giorgio de Chirico, René Magritte, Max Ernst und Pierre Delveaux zu den Hauptvertretern der surrealistischen Malerei.

José Montes-Baquer, spanischer Film- und Fernsehregiesseur. „Reise in die hohe Mongolei“ mit Salvador Dalí ist der Höhepunkt seines Filmschaffens. Montes-Baquer arbeitete neben Salvador Dalí mit Maurice Béjart, Eugène Ionesco, Roland Petit und Karlheinz Stockhausen, denen er das noch neue und mit vielen Berührungsängsten versehenen TV-Medium nahebrachte. Unter seiner Regie entstanden Fernsehkompositionen in Zusammenarbeit mit Jan Bark, John Cage, Mauricio Kagel, Jan W. Morthenson, Luc Ferrari, und Bernard Parmegiani.

Zwischenspiel 18/19

Controfigura (The Stand-in)
Rä di Martino

© Rä di Martino, La Controfigura, 2017 Courtesy by Rä di Martino
© Rä di Martino, La Controfigura, 2017 Courtesy by Rä di Martino

13/02/2019 — 21 Uhr | Zu Gast Rä di Martino
Filmmuseum München | Tickets 089 / 23 39 64 50

Der erste abendfüllende Spielfilm der mit ihren kürzeren Arbeiten immer wieder bei KINO DER KUNST vertretenen Künstlerin ist ein freies Remake des amerikanischen Klassikers „The Swimmer” (1968) mit Burt Lancaster und eine surreale Reflexion über das Filmemachen und die Identitätskrise eines Schauspielers.

Gedreht in Marokko, wird die Geschichte des an seiner Rolle verzweifelnden Statisten Corrado erzählt, der als Double des Hauptdarstellers seinen Weg durch die Pools der feudalen Villen von Marrakesch schwimmen muss. Mit Controfigura ist das Double gemeint – die Person, die einen Schauspieler am Set für unterschiedliche Zwecke ersetzt. Di Martino stellt das Double in den Mittelpunkt und schenkt ihm auch vor der Kamera Beachtung: Während es barfüßig durch die Straßen Marrakeschs rennt, sieht man auch die eigentlichen Schauspieler und die Filmcrew, wie sie am Film arbeiten.

„Die von Rä di Martino geschaffene ‚Fiktion in der Fiktion’ spricht damit einen sensiblen soziokulturellen Kontext an. Hier durchquert ein ‚westlicher’ Mann halbnackt eine arabische Stadt und offenbart die Sinnsuche und den Sinnverlust, mit denen sich Gegenwartsgesellschaften auseinanderzusetzen haben.” (Matthias Knapp)

Zwischenspiel 18/19

Visages Villages (Augenblicke: Gesichter einer Reise)
Agnès Varda

Agnès Varda, Visages Villages, 2017 Courtesy by Weltkino
© Agnès Varda, Visages Villages, 2017 | Courtesy by Weltkino

06/02/2019 | 21 Uhr | Einführung: Herlinde Koelbl
Filmmuseum München | Tickets: 089 / 23 39 64 50

Die 90-jährige Agnès Varda erzählt von ihrer Reise mit dem Street Artist JR in einem alten Lieferwagen durch Frankreich. JR wurde mit seinen Porträts von Alltagshelden und -heldinnen berühmt, die monumental aufgeblasen grosse Hausfassaden schmücken. Die Reise führt die beiden bis ans Ufer des Genfer Sees zum Haus von Jean-Luc Godard – der allerdings seiner Freundin Agnès die Tür nicht öffnet.
Agnès Varda wird auf der diesjährigen Berlinale mit der Berlinale Kamera 2019 geehrt.

Agnès Varda zählt zu den bedeutendsten französischsprachigen Filmemacher*innen der Gegenwart. Sie arbeitete zunächst als Fotografin am Theater in Paris, bevor sie 1954 ihren ersten Langfilm realisierte. Durch die Zusammenarbeit mit Alain Resnais, der den Film montierte, begegnete Varda der Gruppe um die Cahiers du Cinéma, dem Kern der Nouvelle Vague. Zu ihren weiteren Wegbegleitern gehörten Chris Marker und Jacques Demy. Visages, villages (Augenblicke: Gesichter einer Reise), war 2018 für den Dokumentarfilm-Oscar nominiert.

JR (Juste Ridicule) ist ein französischer Street-Artist, der unter Pseudonym agiert. Er wurde durch seine eindrucksvollen Fotografien von Einwohnern von Banlieues bekannt, die er als großflächige Poster an Hochhäusern und Brücken in Paris und Cartagena anbringen ließ.

Herlinde Koelbl ist eine deutsche Fotografin und Dokumentarfilmerin, die sich mit großflächigen Fotografien immer auch an Tabus heranwagt. Unter anderem fotografierte und interviewte sie in einer Langzeitstudie bekannte deutsche Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft. Geschichte geschrieben hat ihr 1980 erschienener Fotoband Das deutsche Wohnzimmer.

Zwischenspiel 18/19

Kurzfilmprogramm
Matthias Müller & Christoph Girardet

© Christoph Girardet, Matthias Müller, PERSONNE, 2016
Courtesy by Christoph Girardet, Matthias Müller

30/01/2019 — 21 Uhr
Filmmuseum München
Zu Gast: Christoph Girardet, Matthias Müller

Seit 1999 realisieren der Experimentalfilmer Matthias Müller und der Medienkünstler Christoph Girardet gemeinsam vielfach preisgekrönte Kurzfilme, die in einem strengen formalen Verfahren entstehen und zu faszinierenden Bildgedichten führen. Zumeist aus eigenen 35mm-Aufnahmen
und sorgfältig ausgewählten Filmausschnitten (Found Footage) bestehend, überhöhen sie Kino in Kunst, behandeln Themen wie Kindheit („Meteor”), Spiegelszenen („Kristall”) oder Lichteffekte („Contre-Jour“). Alle ihre Filme sind eine neue dramatische Verdichtung des Rohmaterials Kino, wie etwa die ruhige Schnittfolge scheinbar undramatischer Szenen in „personne”, die Verneigung ist vor dem großartigen, hinter seinen Rollen ganz verschwindenden französischen „Niemand” Jean-Louis Trintignant.

KINO DER KUNST 2019 UM EIN JAHR VERSCHOBEN

Die künstlerische Leitung von KINO DER KUNST hat beschlossen, die nächste Ausgabe des in München stattfindenden internationalen Festivals für Filme bildender Künstler mit dem Thema ‚Verbotene Schönheit‘ um ein Jahr auf das Frühjahr 2020 zu verschieben. Grund ist eine terminliche Entzerrung, vor allem von der immer näher rückenden und jetzt bereits Anfang Mai eröffnenden Biennale von Venedig, die zahlreiche Künstler und ihre aktuellen Filme von einer Teilnahme an KINO DER KUNST abhält.

Gleichzeitig werden internationale Kooperationen und Projekte sowie das zwischen den weiterhin zweijährlich getakteten Haupteditionen stattfindende ZWISCHENSPIEL inhaltlich deutlich aufgewertet. So reicht das in der vergangenen Woche mit dem Besuch des Londoner Künstlerduos Gilbert & George erfolgreich eröffnete Programm 2019 bis weit in den April dieses Jahres mit Filmprojektionen und Künstlergesprächen, etwa von Björn Melhus und Anne Imhof.

Zwischenspiel 18/19

Banksy
Exit Through the Gift Shop

© Bansky, Exit Through the Gift Shop, 2010 Courtesy by Alamode
© Banksy, Exit Through the Gift Shop, 2010
Courtesy by Alamode

23/01/2019 — 21 Uhr
Filmmuseum München

In seinem gleich für den Oscar nominierten Debütfilm erzählt der berühmteste, aber immer noch unidentifizierte Street Artist Banksy mit viel Witz die Geschichte des Franzosen Thierry Guetta, der in Los Angeles nächtliche Malaktionen filmt und unerwartet selbst als Künstler Karriere macht. Banksy spielt auch mit, natürlich mit verstecktem Gesicht und verzerrter Stimme.

„Ich wollte einen Film drehen, der für die Graffitikunst das bewirkt, was ‚Karate Kid’ für die Kampfkunst war – einen Film, der jeden Schüler veranlasst, die Spraydose zu nehmen und loszulegen. Was herauskam, war ein Film, der für die Strassenkunst das tut, was ‚Jaws’ (‚Der weisse Hai’) fürs Wasserskifahren getan hat.” (Banksy)

Einführung: Sebastian Pohl (Positive-Propaganda e.V.)
Sie können jetzt schon Karten reservieren!
Ticket gibt es unter 089 / 23 39 64 50.

Zwischenspiel 18/19

Alejandro Jodorowsky
Poesía sin fin (Endless Poetry)

Endless Poetry_1__©Pascale Montandon-Jodorowsky
Endless Poetry_1__©Pascale Montandon-Jodorowsky

16/01/2019 — 21 Uhr
Filmmuseum München

Der 1929 geborene Chilene Alejandro Jodorowsky ist ein Multitalent: Regisseur, Dramatiker, Dichter und Zeichner. Der zweite Teil seiner auf fünf Teile angelegten filmischen Autobiografie spielt in Chiles Hauptstadt Santiago der 1940er und 1950er Jahre und erzählt, wie aus Alejandrito, den sein Sohn Adan spielt, ein ernstzunehmender, sich von Familie, Konventionen und Tabus befreiender Dichter wird.
„Zum Erlebnis wird dieses Spätwerk, dessen Fertigstellung nur mit Crowdfunding möglich wurde, durch seinen intensiven Flirt mit dem Scheitern. Jodorowsky steht dem ‚camp’ nahe, jener Ästhetik, bei der das Erhabene und das Banale sich auf eine unerwartete Weise berühren. Selten hat man das Gefühl, dass das Kino so sehr zu sich selbst kommt.” (Manfred Riepe)

Einführung: Dunja Bialas (Filmkritikerin)

Zwischenspiel 18/19

Thank you, Gilbert and George!

© Kino der Kunst
Gilbert und George beim KINO DER KUNST Zwischenspiel 18/19 im Filmmuseum München © Kino der Kunst

Die Filmreihe „Traumzeit im Künstlerkino“ ist eröffnet! Am 10. Januar 2019 machten Gilbert und George den Auftakt im Filmmuseum München und zeigten, wie sehr sie eins geworden sind mit ihren Kunstfiguren. Angesichts der perfekten Performance von Gilbert und George beim Publikumsgespräch erübrigten sich alle Fragen nach Authentizität, Illusion und Desillusion sowie dem Unterschied von Wirklichkeit und Fiktion. Kunst ist Sein, das Sein ist die Kunst.

Zwischenspiel 18/19

Filmreihe
Traumzeit im Künstlerkino

Special Opening
GILBERT & GEORGE

© Philip Haas, The Singing Sculpture 1991 Foto: Gilbert & George, Courtesy by Philip Haas
© Philip Haas, The Singing Sculpture 1991
Foto: Gilbert & George, Courtesy by Philip Haas

09/01/2019 — 21 Uhr (Preview)
10/01/2019 — 19 Uhr (Mit Gilbert & George!)
Filmmuseum München

Wir freuen uns auf das britische Künstlerduo Gilbert & George, das am 10. Januar 2019 zum Special Opening im Filmmuseum anwesend ist. Sie können jetzt schon Karten reservieren!
Ticket gibt es unter 089 / 23 39 64 50.
Siehe Projekte

Zwischenspiel 18/19

ARTIST TALK
PHIL COLLINS

Phil Collins, Delete Beach, 2016 HD animation loop; colour, sound; 21 min. Rubber crumble, tyres, refuse, liquid pools, lights. Installation view, Phil Collins: Can’t Do Right For Doing Wrong, HOME, Manchester, 2018. Photo: Lee Baxter. Courtesy Shady Lane Productions, Berlin.
Phil Collins, Delete Beach, 2016
HD animation loop; colour, sound; 21 min. Rubber crumble, tyres, refuse, liquid pools, lights.
Installation view, Phil Collins: Can’t Do Right For Doing Wrong, HOME, Manchester, 2018.
Photo: Lee Baxter. Courtesy Shady Lane Productions, Berlin.

04/12/2018 — 20 Uhr
Harry Klein

Der britische Künstler Phil Collins (Jahrgang 1970) unter­ sucht in Filmen, Installationen, Fotografien und Live­-Events die Nuancen sozialer Beziehungen an unterschiedlichen Orten und in globalen Gemeinschaften. Ob ein Disco­-Marathon in Ramallah, persiflierende Teleshopping­-Events, Karaoke-­Darbietungen „Made in Japan“ oder Call­-to­-Vinyl­- Aktionen: Phil Collins erweitert seine Videokunst genre­übergreifend mit der Performance, dem Theater und dem Bereich der Musikproduktion und definiert in seiner Kunst der Zusammenführung den Begriff „multimedial“ völlig neu. Der Professor für Videokunst an der Kunsthochschule für Medien in Köln wurde für den Turner­-Preis nominiert, ist Träger des Paul Hamlyn Preises für Bildende Kunst und er­hielt 2015 den KINO DER KUNST Publikumspreis.
Für das „Zwischenspiel“ begibt sich Phil Collins mit dem Club „Harry Klein“ an einen Ort, an dem – wie in seiner Kunst – Tanz, Musik und Visuals zu einer emotionalen Einheit verschmelzen.

Das Gespräch führt Heinz Peter Schwerfel (Künstlerischer Leiter von KINO DER KUNST)
Eintritt frei

ZWISCHENSPIEL 18/19

ARTIST TALK
MARK LEWIS

©Mark Lewis_Museum (2018) Film Still
©Mark Lewis_Museum (2018) Film Still

24/10/18, 19 Uhr
Kunstverein München

Mark Lewis   Geboren 1958 im kanadischen Ontario, lebt der Fotograf und Filmemacher heute in London. Seine künstlerische Arbeit bewegt sich oft in einem Crossover von abstrakter Analyse, einer sehr klassischen Tradition des Experimentalfilms und der durchaus emotionalen Wahrnehmung von Landschaft oder Architektur.
Meist geht es um Stile und Technologien des Filmemachens, beispielsweise der komplexen Narration langer Kamerafahrten. Seine Filme sind fast immer kurze, präzise Fingerübungen über die Kunst des Filmemachens und der räumlichen Wahrnehmung; sie behandeln gleichzeitig zeitgenössische Urbanität, Filmgeschichte und den Einfluss von Film und Kino auf unsere Idee von grosstädtischem Alltag. Mark Lewis hatte zahlreiche Einzelausstellungen in wichtigen Museen rund um den Globus und vertrat 2009 Kanada auf der Biennale von Venedig.
Website Mark Lewis
Vortrag in englischer Sprache. Das Gespräch führt Heinz Peter Schwerfel (Künstlerischer Leiter von KINO DER KUNST)
Eintritt frei

Gastspiel 18

Istanbul
DIRIMART DOLAPDERE

AES+F, Inverso Mundus, Still #1-05, 2015 © AES+F I ARS New York. Courtesy of the artists, MAMM and Triumph Gallery
AES+F, Inverso Mundus, Still #1-05, 2015 © AES+F I ARS New York. Courtesy of the artists, MAMM and Triumph Gallery

20/07 – 29/07/18

Dirimart: KINO DER KUNST

Im Kino 18

SHIRIN NESHAT
„AUF DER SUCHE NACH OUM KULTHUM“

Traumsequenz: Mitra (Neda Rahmanian) steht mit Oum Kulthum (Najia Skalli) am Geländer und schaut auf das Meer ©RazorFilm
Traumsequenz: Mitra (Neda Rahmanian) steht mit Oum Kulthum (Najia Skalli) am Geländer und schaut auf das Meer ©RazorFilm

10/06/18, 11.00
City Kino
Im Anschluss Künstlergespräch mit Shirin Neshat

Die ägyptische Sängerin Oum Kulthum (1900 bis 1975) wird bis heute weltweit als die ‚Callas des Orients‘ gefeiert, als eine zeitlos überragende Künstlerin mit unvergesslicher musikalischer Intensität und Stimme. Was dabei oft vergessen wird: Oum Kulthum lebte in politisch dramatischen Zeiten Ägyptens, sie war und ist eine legendäre Frau für den von Männern dominierten Islam. Read more

Nur eine Frage der Zeit also, bis ihr Leben und ihre Musik Thema für die im Iran geborene Shirin Neshat, einer der wichtigsten Künstlerinnen der Gegenwart, im letzten Jahr Gewinnerin des weltweit wichtigsten Kunstpreises Praemium Imperiale, sein würde. Denn in ihren Fotos, Vidoinstallationen und Filmen thematisiert Neshat, mit ihren Werken regelmässig bei KINO DER KUNST in München vertreten, immer wieder die Einsamkeit der muslimischen Frau in einer von Männern dominierten Welt. Doch anstelle einfach ein weiteres Biopic à la Hollywood zu drehen und das Leben der berühmten Ägypterin brav nachzuerzählen, bringt Neshat autobiografische Details und die stilistischen Konzepte ihrer eigenen Kunst ein – Oum Kulthums Leben und Werk werden zum filmischen Kunstwerk, das jenseits aller chaotischen historischen und heutigen Ereignissen eine Hommage an die Stärke einer Frau und Künstlerin in der islamischen Welt ist.

Gedreht im heutigen Marokko, erzählt das Drehbuch von Shirin Neshat und ihrem Partner und langjährigem Komplizen Shoja Azari einen Film im Film, nämlich die immer wieder von Zweifeln und Dramen erschütterten Versuche einer iranischen Regisseurin, einer Art Alter Egos der Künstlerin, Oum Kulthums Leben zu verfilmen. Stilistisch wird aber just jene ganz besondere Betonung auf Gesang und Bühnenpräsenz der Musikerin gelegt, wie sie auch die Videos der in New York lebenden Künstlerin ausmacht. Etwa wortlose Traumsequenzen, eine ausgklügelte Choreografie in der Präsenz der Protagonistinnen, dabei aber Verzicht auf alle psychologischen Vereinfachungen sowie die Neshat-typische Schönheit der Bilder und Kamerafahrten.

Eine Veranstaltung von NFP marketing & distribution in Kooperation mit KINO DER KUNST.