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»Es gibt eine Augenmusik«

Die Anfänge eines Kinos der Kunst im absoluten Film!

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Jean Cocteau "Le sang d'un poète", 1931, 55 min.

Fabelhafte KINO DER KUNST Besucher!

Unsere Matinee Reihe im Theatiner Kino läuft bereits seit einem Monat. Nun starten wir auch im Filmmuseum München mit unserem Vorprogramm! Morgen, 16. April 2013, findet die erste Vorstellung zum Thema "Der frühe Avantgardefilm" im Filmmuseum München statt!

 

Wir zeigen:

Luis Buñuel, »L'âge d'or« (1930, 60’, OmeU)
Jean Cocteau, »Le sang d'un poète« (1932, 55’, OF)

Dienstag, 16. April 2013, 21 Uhr

 

L’AGE D’OR (DAS GOLDENE ZEITALTER)
Frankreich 1930 – 63 min, OmeU
R: Luis Buñuel – B: Luis Buñuel, Salvador Dalí – K: Albert Duverger – D: Gaston Modot, Lya Lys, Caridad de Laberdesque, Max Ernst, Germaine Noizet 
»L’AGE D’OR ist der einzige Film meiner Karriere, den ich in einem Zustand von Euphorie, Enthusiasmus und Zerstörungsrausch drehte, in dem ich die Vertreter der ›Ordnung‹ angreifen und ihre ›ewigen‹ Prinzipien lächerlich machen wollte. Mit diesem Film wollte ich absichtlich einen Skandal herbeiführen. Es war die damalige Epoche, die einen solchen Geisteszustand hervorbrachte, und ich fühlte mich nicht allein: Die ganze Gruppe der Surrealisten stand hinter mir.« (Luis Buñuel)

 

LE SANG D’UN POETE (DAS BLUT EINES DICHTERS)
Frankreich 1931 – 55 min, OF
R+B: Jean Cocteau – K: Georges Périnal – M: Georges Auric – D: Enrique Rivero, Elizabeth Lee Miller, Pauline Carton, Odette Talazac, Jean Desbordes 
»Ich benutzte den Film als Vehikel der Poesie, um Dinge zu zeigen, die ich nicht sagen kann. Fachleute bestaunen Dinge, die nur Fehler waren. Der Wert dieses Films liegt in den Fehlern. In unseren Irrtümern sind wir am echtesten. Man muss nur stark genug sein, sie zu Dogmen zu erheben, so dass sie aufhören, Irrtümer zu sein.« (Jean Cocteau)

 

Auszug aus dem Pressetext: (Quelle: Filmmuseum München)

Die Anfänge eines Kinos der Kunst im absoluten Film

Selten lässt sich der Beginn einer Kunstrichtung so direkt auf den Einfluss eines Theoretikers zurückführen wie der Beginn des abstrakten Films in Deutschland. Walther Ruttmann war achtundzwanzig Jahre alt, Oskar Fischinger erst sechzehn, als der Kritiker Bernhard Diebold (1886–1945) im September 1916 in einer Artikelserie die Möglichkeiten eines gemalten, ungegenständlichen Films beschrieb, ein Ausschnitt befindet sich noch heute im Fischinger-Nachlass. Er liest sich streckenweise wie eine Beschreibung der späteren absoluten Filme:

»Wie in der Musik männliche und weibliche Motive tanzend und kämpfend sich verlieren und finden, wie ihre ewig bewegten Formen sich zu verzerren scheinen und immer auf den gesetzlichen Wegen der exaktesten Theorie aller Künste durch Dissonanzen, Variationen, über schicksalsstarre Orgel-punkte und anarchistische Kadenzen wieder zur Urform gelangen, also bewegten sich lineare oder flächige Ströme, Flammen, Winde, Wellen, alle in rhythmische Ordnung gebannt, gegen-, über-, hintereinander: sie bekämpften sich, verschlängen sich, spieen sich wieder aus, und endlich löschten oder ertränkten die Figurationen eines roten Dur-Elements die feindlichen des blauen Moll.«


Diebold gehörte mit seinem interdisziplinären Ansatz zu den einflussreichsten Feuilletonisten der Weimarer Republik. Er schrieb in musikalischen Begriffen über ein Kino, das er zugleich als Erweiterung der Bildenden Kunst verstand. Schon 1916, der abendfüllende Erzählfilm hatte sich gerade erst etabliert, rüttelte Diebold an den einengenden Grenzen dessen, was man heute den Filmkontext nennen würde: Die mit den festen Lichtspieltheatern erst seit rund acht Jahren existierenden Erwartungen an das, was der Film zu sein habe. Heute hat sich im Museumskontext eine Film- und Videokunst etabliert, aber noch immer besteht Vermittlungsbedarf: Das Kino tut sich häufig schwer mit Künstlerfilmen von Julian Schnabel (MIRAL, 2010), Shirin Neshat (WOMEN WITHOUT MEN, 2009) oder Pippilotti Rist (PEPPERMINTA, 2009). Da erscheint Diebolds Appell, die Spartengrenzen zu überwinden, heute nicht weniger zeitgemäß als 1916.

Weiter im Text und zum Programm: Filmmuseum München

 

Das Filmmuseum München in Kooperation mit KINO DER KUNST bietet mit dieser Filmreihe die einzigartige Möglichkeit die Klassiker des Avantgardefilms im Kino zu sehen!

Wir freuen uns sehr darauf.

Bis morgen.

Das KINO DER KUNST Team

 

 

 

15.04.2013
(2013-04-15)

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