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FORBIDDEN BEAUTY – VERBOTENE SCHÖNHEIT

Warum ist der Begriff der Schönheit in der Gegenwartskunst so verpönt? Hat diese etwa Angst vor jenem schönen Schein, der Probleme kaschieren, aber nicht ernsthaft angehen kann? Stichwort der Stunde ist zur Zeit eine angeblich notwendige „ästhetische Korrektheit“ gut gemeinter politischer Anliegen. Politisches kann jedoch auch ästhetisch verhandelt werden, ohne der angeblichen Macht der Bilder von Film und Kino unkritisch zu verfallen oder Inhalte durch oberflächliche Netzhautreize zu ersetzen. Politische Kunst muss nicht formal mittelmäßig oder altbacken, Kritisches kann auch in aggressiver Schönheit verpackt sein.

Nach dem Scheitern der mit viel Vorschusslorbeeren angekündigten Großausstellungen des Jahres 2017 in Athen/Kassel und Venedig, die in ihrer oft naiven politischen Botschaft (Documenta) oder formalen Harmlosigkeit (Venedig-Biennale) einen schalen Geschmack hinterließen, geht es zur Zeit um nichts weniger als eine Standortbestimmung der Gegenwartskunst: Wie kann sich diese vom Diktat inhaltlich denkfauler Kommerzialität befreien, ohne in formaler Belanglosigkeit zu vergehen? KINO DER KUNST 2019 will zeigen, wie die Kunst des Bewegtbilds in einer hoch ästhetischen Bildsprache die dringlichen Themen unserer Zeit aufzugreifen weiß.