Hommage

Béla Tarr

„Ich betrachte Film nicht als Unterhaltung, sondern als Siebte Kunst. Geschichten haben mich nie interessiert, weil die Geschichte eigentlich immer dieselbe ist. Lesen Sie nur das Alte Testament, da steht schon alles drin. Wir brauchen keine neuen Geschichten zu erfinden, da wir ohnehin immer wieder dieselbe alte Geschichte erzählen.“ (Béla Tarr)

Bisher war bereits jede Ausgabe von KINO DER KUNST mit prominenten Vertretern von Kino- und Kunstwelt besetzt, etwa den Schauspielerinnen Amira Casar und Nina Hoss, Künstlern wie Cindy Sherman, Isaac Julien oder Yang Fudong und 2017 Hollywoods Kameralegende Ed Lachman. 2019 wird den Jury-Vorsitz eine besonders rare und wichtige Autorität übernehmen: der vielfach preisgekrönte ungarische Regisseur Béla Tarr, einer der bewundertsten und einflussreichsten Filmemacher der letzten dreissig Jahre.

Präsentierte Filme

Karhozat (Damnation) (1988)
Satantango (1994)
The Werckmeister Harmonies (2000)
L’Homme de Londres (2007)
The Turin Horse (2011)

„Tarr begann im Alter von 16 Jahren mit dem Drehen vor allem von engagierten gesellschaftlichen Dramen und Dokumentarfilmen, meist in einem naturalistischen Stil. Nach dem Studium an der Filmakademie Budapest entwickelte er einen sehr eigenwilligen und leicht erkennbaren Stil. So zeichnen sich seine Werke ab seinem ersten Kinofilm ‚Damnation‚ (1988) durch sehr lange Einstellungen mit minimalem Schnitt und ein betörendes Schwarz-Weiss aus. Tarr konfrontiert sein Publikum mit von allem Überflüssigen entschlackter Existenz und läd es so zu Mitgefühl ein; seine Arbeitsweise, vor allem die extrem langen Einstellungen, drücken alles Erzählerische in den Hintergrund. Seine Film sind immer nachdenklich und kontemplativ.“ (Eye Filmmuseum, Amsterdam)